🇰🇭 Angkor

Der archäologische Park von Angkor ist über 400qkm groß und voller Tempelanlagen. Die Eindrücke hier sind nur schwer zu beschreiben – an das kommen wohl nur die Pyramiden von Ägypten oder Mexiko heran. Im 10. Jahrhundert lebten hier 800.000 Menschen – es war die größte Stadt der Welt und die vielen Tempel waren Prestigeprojekte verschiedener Könige. Die Anlagen sind je nach König und Epoche entweder hinduistischen Göttern geweiht (meist Shiva) oder Buddha – man erkennt das recht schnell an den unterschiedlichen Reliefdarstellungen. In der Anlage verteilt findet man einsame, kleine Tempelchen mitten im Wald genauso wie monumentale Stufenpyramiden mit Türmen, Wandreliefs und symmetrischen Wasserbecken. Einfach total gewaltig! Noch dazu kann man sich im Park völlig frei bewegen, sich seine eigene Runde suchen und am Wegesrand Dinge entdecken, die man gar nicht eingeplant hatte.

Da die Anlage so groß ist, kann man an einem Tag nur die absoluten Highlights sehen, da bleibt aber viel auf der Strecke. Wir haben uns deshalb für den 3-Tages-Pass entschieden, hier die tageweisen Eindrücke:

Tag 1:
An diesem Tag haben wir uns Mountainbikes ausgeborgt und sind eine 30km Runde durch den Park gefahren. Zusätzlich sind wir noch 13.000 Schritte marschiert – wir waren am Abend also wirklich müde. 🙂 Die Straßen sind hier sehr eben und so kann man gut radeln, auch wenn am Nachmittag ganz schön viel Verkehr zwischen den wichtigsten Tempeln ist! (Es gibt meistens einen Radweg!). Unsere Highlights an diesem Tag waren der Phnom Bakheng (der auf einem Hügel gelegen ist), Angkor Thum mit seinem Zentralbau Bayon (das ist jener Tempel mit den ikonischen Khmer-Gesichtern an den Türmen und tollen Reliefs an den Außenwänden), der gewaltige Ta Keo Tempel (riesige Stufenpyramide) und der aus Fernsehen und Kino berühmte „Tombraider Tempel“ Ta Prohm. Letzterer ist dafür bekannt, dass der Dschungel rundherum nicht entfernt wurde und sich Bäume bis heute an Wänden, Mauern und Türmen krallen. Wow – einfach nur Wow!

Tag 2:
Tagwache 4:30 – dann ging es mit dem Tuk Tuk, das wir uns für den Ausflug heute gemietet haben, zum Sonnenaufgang beim berühmten Wasserrosen-Teich. Dort waren wir natürlich nicht alleine, aber mit etwas Geduld haben wir tolle Plätze zum Fotografieren gefunden. Danach fuhren wir 20km in den Norden zum Banteay Srei Tempel, jener Tempel, der die am besten erhaltenen Reliefs hat. Unglaublich, wie die feinen Steinarbeiten 1000 Jahre im Dschungel überstanden haben! Weitere Stationen waren Ta Som, Jayatataka (dieser Tempel befindet sich auf einer künstlichen Insel mitten in einem künstlichen See) und schließlich der Preah Khan Tempel. Erst um 14:00 waren wir wieder zurück in unserem Apartment… ein ziemlich anstrengender Tag. Auch an diesem Tag haben wir tolle Reliefs, Tempel und Ruinen gesehen. Der Tempel im künstlichen See ist ein besonderes Highlight, weil man hier über eine lange Brücke auf die Insel spaziert und dort eine echt schöne Anlage bestaunen kann. Toll!

Tag 3:
Den dritten Tag haben wir uns für Angkor Wat selbst aufgespart. Der berühmteste Tempel ist nicht nur irrsinnig groß, auch die Wandreliefs sind toll erhalten – hier kann man mehrere Stunden verbringen, ob mit oder ohne Guide. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt – es gibt sogar einen Starbucks :)))) Wir sind bis zum Sonnenuntergang geblieben und sind erst in der Dunkelheit zurück nach Siem Reap gefahren. Toller Abschlusstag!

Was nicht so toll war: die vielen anderen Menschen. Kleiner Tipp – die Wochenenden meiden. Wir waren genau Freitag, Samstag und Sonntag dort – besuchermäßig die stärksten Tage. Aber abseits der Haupttempel waren wir trotzdem auch alleine unterwegs und konnten die Tempel auf uns wirken lassen. Man sollte sich also unbedingt mehr Zeit nehmen und nicht nur die Top 2-3 Tempel anschauen!

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