🇱🇦 2 Tage auf dem Mekong

Nachdem wir zwei gemütliche Nächte am thailändischen Ufer des Mekong verbracht hatten und eine weitere auf der laotischen Seite, führte uns die Reiseroute weiter in die Königsstadt Luan Prabang. Da die Straßen in Nord-Laos sehr schlecht sind, nutzen alle Touristen und auch viele Einheimische für die 550km die täglich verkehrenden Slowboats – so auch wir.

Weil uns die Luxus-Schiffe mit 160 Euro pro Person dann aber doch zu teuer waren, nahmen wir das normale Lininienschiff um 14 Euro. Das kann doch nicht so schlimm sein? Oh doch 🙂 Aber dazu etwas weiter unten mehr.

Die Fahrt startete in Houayxay und führte uns in 6 Stunden zur Mittelstation Pakbeng. Dort stiegen dann alle Passagiere aus und verbrachten in dem kleinen Dorf die Nacht. Dementsprechend viele Guesthouses und Restaurants gibt es hier. Sowohl beim Essen als auch bei der Unterkunft hatten wirklich Glück… alles toll, alles gut – wenn auch recht einfach. Am zweiten Tag ging es dann weitere 8 Stunden weiter – zur Königsstadt Luang Prabang – dem nördlichen Verkehrsknotenpunkt, von dem man dann in alle Richtungen weiterreisen kann.

Nun zur Fahrt selbst: Eigentlich sind die Slowboats ja eine recht entspannte Reiseart… man bringt genug Snacks mit aufs Boot, kauft sich rechtzeitig ein Ticket und lässt den Dschungel an sich vorbeiziehen. Wer sich diese Fahrt aber recht idyllisch vorstellt, hat die Rechnung ohne die anderen Passagiere und den übelst lauten Schiffsmotor (der einfach frei im Raum läuft) gemacht. Ziemlich schnell merkt man, warum die Luxus-Fahrten 10Mal so viel kosten – denn diese normalen Linienschiffe werden mit Menschen, Frachtgut (Motorräder, Waschmaschinen, usw.) vollgestopft, bis kein Platz mehr ist. Zumindest die Sitze (ausrangierte Autositze) waren wirklich gemütlich! 🙂

Und hier ein kleiner Auszug der wirklich interessanten Erlebnisse an Bord:

  • Kleine Kinder, die unkontrolliert auf Deck herumlaufen und dabei von absoluter überdrehter Freude und tiefster Trauer lautstark alle Emotionen durchleben, die die Palette zu bieten hat.
  • Einheimische, die nicht nur ein komplettes Picknick starten (inkl. Schläfchen auf dem Boden, nachdem man sich so richtig angefuttert hat) und auch quer übers Schiff schreiend Gespräche führen.
  • Eine Gruppe von 10 jungen Europäern, die schon mit einem 12er Blech das Boot betreten haben und mit ihrer Bluetooth-Box die gesamte Mitte des Schiffes in eine Party- und Saufzone verwandelt haben.
  • So viele auf Krampf alternative junge Männer, die sich daran messen, wer lauter seine Lebensgeschichte erzählt, das Hemd weiter aufgeknöpft hat, oder sich traut noch weiter aus dem Boot zu lehnen. Und natürlich junge alternative Damen, die sich gerne anflirten lassen.
  • Grundsätzlich wird auf dem Boot geschrien, weil der Motor ohrenbetäubend laut ist. Man hört jedes Gespräch über Reihen hinweg… das will man auch nicht immer.
  • Überhaupt der extrem hohe Bierkonsum – viele jungen Europäer haben durchgehend Bierflaschen oder Bierdosen in der Hand und dementsprechend fröhlich geht es dann zu.

Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht 🙂 Es ist toll, mit dem Schiff die schlechten Straßen zu umgehen und gemütlich flussabwärts zu schippern. Es ist aber weder erholsam noch idyllisch. Man braucht schon gute Nerven und nach den beiden Tagen etwas Ruhe und Gemütlichkeit. 🙂

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